Mai 2025
Se vende, 2005
Mischtechnik auf Leinwand
Dieses Gemälde gelangte kürzlich, anlässlich des Verkaufs des ehemaligen Wohnhauses von Eberhard Schlotter in Wienhausen, in die Stiftung. Es stammt aus dem Jahr 2005 und gehört damit zu den Bildern der letzten Schaffensphase des Malers, der im Jahr 2014 im Alter von 93 Jahren starb.
Das Bild teilt sich in zwei große Bereiche: Land und Himmel. An der Grenze dazwischen steht ein Haus, das der Betrachter aus der Froschperspektive sieht; es steht also auf einem Hügel, an dessen Fuß am linken Bildrand ein grobes Holzschild zu sehen ist. Auf diesem, vom Bildrand überschnittenen Schild wird das Haus mit den Worten „SE VENDE“ zum Verkauf angeboten. Ein dürrer, blattloser Baum in der Nähe des Hauses unterstreicht die Kargheit des felsigen Bodens, dessen sandige Trockenheit durch die Beimischung von Füllstoffen realitätsgetreu dargestellt ist. Diesen Füllsand verwendete Schlotter sogar im technisch perfekt gemalten, wolkenlosen Himmel, als ob er damit andeuten wollte, dass der wüstenartige Sand überall sei.
Im Jahr 2005 erlitt der Süden Spaniens eine Dürreperiode, die zu Konflikten um den innerspanischen Wassertransfer Wasser führte. Ob die Dürre die Bewohner des Hauses veranlasst hatte, diesen Landstrich zu verlassen oder ob andere Gründe zum Verkauf des Hauses führten, weiß man als Betrachter natürlich nicht. Doch Hitze, Trockenheit und Staub verdichten sich zu einer trostlosen Stimmung, die das Bild trotz heller Farben unterschwellig auslöst.