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Oktober 2025

Das grüne Höllenparadies, 1988

Collage (Mischtechnik) , 27.6 x 37.3 cm

 

In einer Zusammenarbeit der Eberhard Schlotter Stiftung Celle mit dem Albert-König-Museum wird ab Oktober 2025 in Unterlüß eine Ausstellung zum Thema Urwald zu sehen sein. Diese soll eine Auseinandersetzung mit dem Verhältnis des Menschen zum Wald als Lebensraum und Rohstofflieferanten anregen.

 

Sowohl Albert König als auch Eberhard Schlotter haben den Urwald kennengelernt. Doch während König den bis 1945 bestehenden, menschenleeren Urwald bei Unterlüß zeichnete, reiste Schlotter in den tropischen Urwald Lateinamerikas. Auf diesen Reisen fertigte er Aquarelle und Zeichnungen. Im Atelier entstanden später die so genannten Collagen, von denen eine hier beispielhaft zu sehen ist. In diesen Werken verarbeitete Schlotter mehr als nur Reiseeindrücke: Er hatte sich mit der Geschichte der Länder am Amazonas auseinandergesetzt und war erschüttert von den Berichten über die Eroberung, Unterdrückung und Vernichtung der indigenen Kulturen. Er suchte nach einem adäquaten Ausdruck dafür und zerschnitt eigene Radierungen aus dem Zyklus „Kolumbus – die Tragödie des Menschen“, um sie mit farbigen Decalcomanieen und aquarellierten Flächen zu vereinen.

 

Der Titel dieser Collage – „das grüne Höllenparadies“ – nimmt Bezug auf die Bezeichnung des Dschungels als grüne Hölle, was zugleich Schönheit und Bedrohung ausdrückt. Schlotter macht mit diesem Bild jedoch deutlich, dass der Urwald für seine Bewohner, also die indigenen Völker des Amazonasgebietes, durchaus ein Paradies war. Für die Eindringlinge war der Wald bedrohlich und gefährlich. Es war aber erst ihr Ein- und Vordringen, das das Paradies in eine Hölle verwandelte.