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Über Aquarelle


In seinem grauen Heft „Geschichten hinter Bildern, Sonderband 3“[1] aus dem Jahr 2001 berichtet Eberhard Schlotter über seine Liebe zur Aquarellmalerei. Als Zehnjähriger begann seine Leidenschaft: „Ich war damit beschäftigt, den Aquarellkasten meines Vaters zu studieren. Meine Nase, d.h. der Duft der Aquarellfarben, entzündete in mir die ersten Räusche, die meine Phantasie so nachhaltig in Gang setzen sollten.“ Doch der Vater hatte ihm verboten zu malen, er sollte erst zeichnen lernen.

Die Zeit verging, Schlotter wurde ein international geachteter Künstler. Und im Alter schrieb er: „Was jedoch die Aquarellfarben betrifft, so treibe ich damit einen regelrechten Kult. Ich besitze mindestens vier große Mahagonikästen von Windsor&Newton (die besten Farben, die e gibt) und dazu immer reichlich Material zum Auswechseln. […] So begleiten mich nun seit Kindertagen die Aquarellfarben auf allen meinen Wegen. […]“

Was Schlotter am Aquarellieren wohl besonders faszinierte – neben dem Duft der Farben – war die Möglichkeit, unmittelbar das Gesehene, das Wahrgenommene in Farben umzusetzen. Dabei ist es völlig belanglos, ob die Sicht auf die Außenwelt oder die Innenwelt fällt. Beim schnellen Arbeiten an einem Aquarell wird offensichtlich, was Schlotter meinte, als er sagte: „Ich male für mich, für ein paar Freundeund für die, die was von mir lernen wollen – und um das barbarische Außen rum weniger schmerzhaft verdauen zu müssen.“


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