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Das Grafik-Kabinett


Kritiker stufen seine Radierungen, im Gegensatz zu seiner als „nicht-avantgardistisch“ beurteilten Malerei, als überragende und erstklassige Kunstwerke des 20. Jahrhunderts ein. In der Tat sind die Leistungen Schlotters auf dem Gebiet der druckgrafischen Künste außerordentlich.

Bereits als 14-Jähriger erhielt er Unterricht in der Technik der Radierung, die er im Laufe seines Lebens durch Experimentieren und geduldiges Arbeiten veredelt hat. Vor allem Aquatinta-Radierungen, die in ihren feinen Übergängen zwischen Schwarz und Weiß an Malerei erinnern, hat er auf einem unerreichten Niveau geschaffen. Sein Meisterwerk im Bereich der Farbradierung waren die 160 Illustrationen zu Don Quijote. (Hier z. Zt. nicht ausgestellt.)

Auch andere Techniken wie Lithografie, Holzschnitt und Monotypie beherrschte Schlotter, wandte sie allerdings seltener an als die Radierung.

Viele Radierungen entstanden im Umfeld der Themenkreise, die er auch in Gemälden bearbeitete. Vor allem Porträts fertigte er hingegen mehrheitlich als Zeichnung und Radierung an. Die hier ausgestellten Porträts sind neben der Wand mit Selbstporträts vor allem Bildnisse von befreundeten Künstlern, mit zwei Ausnahmen: Ganz links ist ein Bildnis einer Tante seiner Frau zu sehen, und in der Mitte der Wand befindet sich ein Porträt von Picasso, den Schlotter nicht persönlich kannte.