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Arno Schmidt

Mischtechnik auf Leinwand, 1989

In den frühen 1960er Jahren durchlebte Eberhard Schlotter eine künstlerische und persönliche Krise, die er zwischen 1962 und 1964 in einer ersten Serie von 20 schwarzen Bildern verarbeitete. Diesen Bildern verwandt ist das Porträt von Arno Schmidt, das er allerdings erst 1989 malte. Zu diesem Zeitpunkt war der Schriftsteller bereits seit 10 Jahren tot.

Das Verhältnis der beiden Künstler zueinander kann als „schwierige Freundschaft“ bezeichnet werden, die sowohl von gegenseitigem Respekt als auch vom beiderseitigen Bewusstsein um Schmidts intellektuelle Überlegenheit geprägt war. Schlotter seinerseits reagierte darauf mit gesteigertem Selbstbewusstsein. So lässt sich vielleicht erklären, dass Arno Schmidt auf diesem Porträt wirkt, als störten wir ihn. Der Dichter sitzt vor verschlossener Tür, die mit einer von Löwenmäulern gehaltenen Kette abgeriegelt ist. Er dreht sich um und blickt uns missgelaunt, aber auch ein wenig fragend an.

Merkwürdigerweise leuchtet das Licht sowohl von rechts wie von links oben auf den Dargestellten herab und doch sind keine Farben zu erkennen. Alles ist aus tiefem Schwarz herausgearbeitet, teilweise sogar reliefartig hervorgehoben. Dadurch werden Teile des Bildes geradezu greifbar und Arno Schmidts Präsenz wird offenkundig.

Rätselhaft bleibt, warum und vor welcher Tür Schmidt sitzt. Wartet er dort, muss er vielleicht warten? Wer hat warum die schwere Kette angebracht? War Schmidt in irgendein Tun vertieft war, bevor wir kamen? Und was mag sich wohl hinter der Tür befinden?